Wissen: Trinkwasser

Fakten Trinkwasseraufbereitung durch Wasserfilter

Alles rund um das Thema Wasser

Das Trinkwasser in Deutschland gilt als besonders sauber, da es im Vergleich zu anderen Ländern strengen Vorgaben unterliegt. Diese sind sogar um einiges restriktiver als sie es unter anderem bei Mineralwasser, welches wir in unterschiedlichen Sorten und Marken im Getränke- und Supermarkt kaufen können.

Und doch finden sich Rückstände und Stoffe in unserem Trinkwasser, die dem Lebensmittel diese Bezeichnung strittig machen. In einem 1997 erschienenen Artikel im “Deutschen Ärzteblatt” heißt es: “Der Nachweis zahlreicher anthropogener Fremdstoffe im Rohwasser und im Trinkwasser rechtfertigt Besorgnisse um die chemische Qualität des Trinkwassers.”

Dabei handelt es sich um Fremdstoffe wie:

  • Schwermetalle
  • Düngemittel und Pestizide
  • Medikamentenrückstände

Der Wasserkreislauf – Woher stammt unser Trinkwasser?

Die Trinkwasserversorgung in Deutschland erfolgt in großen Teilen über (Grund-)Wasserreservoire und Quellen, sei es nun durch Leitungswasser oder im Fall von Mineralwasser. Aus diesem Grund ist unser Trinkwasser bedenkenlos und ohne Vorbehandlung (Abkochen, etc.) direkt aus der Leitung genießbar, da unsere Wasser im natürlichen Wasserkreislauf durch das Absickern bereits vorgereinigt und mit Mineralstoffen angereichert wird.

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Hierbei sind jedoch zwei weiter Faktoren zu beachten, welche nun Einfluss auf unsere Trinkwasserqualität haben.

Wasser, das in unser Grundwasser gelangt, ist durch die Landwirtschaft und andere Umwelteinflüsse stark vorbelastet. Diese Fremdstoffe können durch den natürlichen Wasserkreislauf nicht in ihrer Gänze abgefangen werden und gelangen somit ins Grundwasser. Aus diesem Grundwasser werden auch die Quellen gespeist, welche bei der Mineralwasserabfüllung angezapft werden.

Außerdem ist ein weiterer Bestandteil unseres Leitungswassers aufbereitetes Nutzwasser, welches in den Kläranlagen gereinigt und dann dem Wasserkreislauf wieder zugeführt wird.

Mineralstoffe

Auf den ersten Blick sehen alle Wasser gleich aus. Doch schaut man auf die inhaltliche Analyse, ist leicht zu erkennen, dass jedes Wasser individuell zusammengesetzt ist. Den größten Anteil an gelösten Stoffen im Wasser bilden die Mineralstoffe.

KALIUM

Kalium gehört zu den drei wichtigsten Pflanzendüngern, die in sehr großen Mengen auf den Feldern ausgebracht werden. Da Kalium leicht lösliche Salze bildet, gelangen diese über das Grundwasser ins Trinkwasser. Da Kalium ein wichtiger Mineralstoff für den Menschen ist – das Salz ist u.a. am Flüssigkeitshaushalt im Körper beteiligt und aktiviert verschiedene Enzyme – wurde für diesen Stoff in der Trinkwasserverordnung kein Grenzwert festgelegt. Allerdings sollten Menschen mit Bluthochdruck kaliumreiches Wasser besser meiden, da es durch eine erhöhte Einnahme der Salze zu einer Blutdrucksteigerung kommen kann. Gleiches gilt für Patienten, die anfällig für Nierenentzündungen sind.

NATRIUM

Das Mineral kommt in der Natur zumeist als Bestandteil von Kochsalz (Natriumchlorid) vor und ist für den menschlichen Organismus von besonderer Bedeutung. Zusammen mit Kalium und Chlorid reguliert Natrium den Wasser- sowie den Säure-Basen-Haushalt.

Natrium ist essentiell für den Organismus mit besonderer Bedeutung für die Regulation des Wasserhaushalts. In Verbindung mit der Verwendung von zuviel Kochsalz ist Natrium immer wieder in der Diskussion den Blutdruck zu erhöhen. Natrium bindet im Körper Wasser und wird – ähnlich wie andere Mineralstoffe – übers Schwitzen ausgeschieden. Menschen mit Neigung zu Bluthochdruck oder Niereninsuffizienz sollten möglichst natriumarmes Wasser bevorzugen.

CHLORID

Hauptmineralstoff im Wasser ist Calcium. Das Niederschlagswasser hat es auf seinem Weg ins Erdinnere aus Kalk- und Gipsschichten gelöst, die es passiert hat. Zusammen mit Magnesium bestimmt der Gehalt an Calcium die Wasserhärte. Ob Wasser mehr oder weniger kalkhaltig ist, macht in Hinblick auf die mesnchliche Gesundheit keinen Unterschied. Allerdings kommt es im Warmwasserbereich zu störenden Ablagerungen und Ausfällen, was für technische Geräte nicht sehr vorteilhaft ist

CALCIUM

Hauptmineralstoff im Wasser ist Calcium. Das Niederschlagswasser hat es auf seinem Weg ins Erdinnere aus Kalk- und Gipsschichten gelöst, die es passiert hat. Zusammen mit Magnesium bestimmt der Gehalt an Calcium die Wasserhärte. Ob Wasser mehr oder weniger kalkhaltig ist, macht in Hinblick auf die menschliche Gesundheit keinen Unterschied. Allerdings kommt es im Warmwasserbereich zu störenden Ablagerungen und Ausfällen, was für technische Geräte nicht sehr vorteilhaft ist.

MAGNESIUM

Magnesium ist in fast allen Körperzellen an zahlreichen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Beispielsweise am Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel. Darüber hinaus aktiviert Magnesium über 300 Enzyme, vor allem die des Energiestoffwechsels und spielt beim Knochenwachstum und -aufbau eine wichtige Rolle.

FLUORID

Fluor kommt in natürlichen Verhältnissen im Wasser vor. Aufgrund seiner angeblichen gesundheitsförderlichen Wirkung im Bereich der Zahnhygiene ist Fluorid seit Jahren in vielen Zahnpflegeprodukten enthalten. Zwar wird auf den Packungsbeilagen/ -beschriftungen dringend davor gewarnt Zahnpasta oder ähnliche Produkte zu verschlucken. Im Trinkwasser liegt der Grenzwert bei 1,5mg/l.
Fluorid war bis zum Mitte des letzten Jahrhunderts als Toxin eingestuft. Als Neurotoxin wurde es in Psychiatrien und u.a. bis heute in Ratengift angewendet. Viel erheblicher ist jedoch die allgemeine Reaktionsfreudigkeit von Fluorid im Vergleich zu anderen Halogenen. Zu diesen gehören Fluor, Chlor, Brom, Jod. Die Aufnahme des wichtigen Spurenelements Jod wird dabei von höherwertigen Halogenen verdrängt, d.h. an erster Stelle von Fluor dann Chlor usw.

Metalle

Schwermetalle können über die Hausinstallation ins Trinkwasser gelangen. Besonders Blei, Kupfer, Nickel und Eisen können durch Rohre und Wasserhähne ins Wasser gelangen, da sie Bestandteile ihres Materials ins Wasser abgeben. Hier können die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung u.U. überstiegen werden und so die Gesundheit nachhaltig gefährden. Dies gilt insbesondere für Wasser, das über eine längere Zeit in den Leitungen steht – das heißt, einen besonders hohen Stagnationswert aufweist.

ALUMINIUM

Eines der häufigsten Metalle, das in der Erdkruste vorkommt, ist Aluminium. Es kommt allerdings nur in Verbindungen vor, beispielsweise als Aluminiumsilikate. Da diese kaum löslich sind, ist jedoch eine größere Mengen an Aluminium im Rohwasser nicht zu erwarten. Ins Trinkwasser gelangt Aluminium i.d.R. nur über Flockungsmittel, die zur Entfernung von unerwünschten Trübungen dem Wasser zugesetzt werden. Darüber hinaus kann auch Geschirr aus Aluminium das Wasser belasten.

Aluminium findet sich in vielen Bereichen in unserem Alltag wieder. Vor der Aufnahme von Aluminium wird eingehend gewarnt, war es bislang als ungiftig bzw. als unbedenklich eingestuft. U.a. wird vor der Verwendung von Aluminiumschalen beim Grillen gewarnt. Manchen Ländern haben bereits einige Dosen aus den Regalen der Supermärkte verbannt, wenn der Inhalte zur Auslösung erheblicher Mengen von Aluminium aus den Dosen führt, wie u.a. bei Ananas. Hintergrund ist, dass Aluminium im Verdacht steht degenerative Krankheiten wie Alzheimer und Autismus zu fördern/ verursachen, da es die Synapsen im Gehirn angreifen kann. Dazu kann es kommen, da durch verschiedene Einflüsse der Schutzmechanismus unserer Blut-Hirn-Schranke beeinflusst und sogar außer Kraft gesetzt ist.

BLEI

Blei gehört zu den giftigen Schwermetallen und kann im Leitungssystem – sowohl in den Rohrleitungen als auch in der Hausinstallation – ausgewaschen leicht werden. Da Blei leicht zu gießen, zu formen und zu bearbeiten ist, wurde es bis in die 1960er Jahre in vielen Regionen Deutschlands standardmäßig in der Hausinstallation verwendet. In Süddeutschland ist die Wahrscheinlichkeit einer Bleikontamination geringer, da man hier bereits seit 1878 auf das Verlegen von Bleileitungen verzichtet, im übrigen Deutschland kamen Bleirohre jedoch zum Teil noch bis 1973 zum Einsatz. Vor allem in Ballungsgebieten Nord- und Ostdeutschlands tritt das Problem „Blei aus den Rohren“ auch noch heute gelegentlich auf. Die einzige Lösung heißt in diesem Fall – die Rohre müssen raus.

Aufgrund der hohen Giftigkeit der chemischen Verbindungen, die häufig aus dem ausgewaschenen Blei entstanden kommen Bleirohre seit den 1970er Jahren nicht mehr zum Einsatz. Daher sind hier nur alte Leitungssysteme extrem gesundheitsgefährdend. Besonders Kinder sind durch bleihaltiges Trinkwasser in ihrer geistigen Entwicklung gefährdet.

Wird das Schwermetall über Jahre hinweg in kleinen Dosen aufgenommen beeinträchtigt es die Blutbildung und Intelligenzentwicklung von Ungeborenen, Säuglingen und Kleinkindern. Zum Schutz dieser Risikogruppe wurde der Grenzwert für Blei im Dezember 2003 von 40 auf 25 Mikorgramm pro Liter gesenkt. Heute darf der Bleigehalt 10 Mikrogramm pro Liter betragen.

In der Trinkwasserversorgung ist der Grenzwert von Blei in den letzten Jahren stetig verschärft worden – von über 0,040 mg/l, auf 0,025 mg/l, ab Ende 2013 auf 0,010 mg/l. Es ist davon auszugehen, dass der Grenzwert schon jetzt nur dann einzuhalten ist, wenn keine Bleileitungen in der Hausinstallation mehr vorhandenen sind.

Erkennen lassen sich Bleirohre einerseits anhand ihrer dunkelgrauen Färbung und ihrer teils „geschwungenen“ Verlegung, aber auch eine Klangprüfung oder das Ankratzen der Oberfläche kann einen Hinweis geben.

CHROM

Chrom ist ein Schwermetall das – je nach Oxidationsstufe – sehr verschiedene Eigenschaften hat. Elementares Chrom wird in Legierungen – beispielsweise als rostfreier Stahl – und als Überzug – beispielsweise bei Armaturen – verwendet und ist in der jeweiligen Kombination komplett unschädlich. Chrom III ist sogar lebenswichtig und spielt im Zuckerstoffwechsel eine Rolle. Eine Gefahr geht jedoch von Chrom VI aus. Chrom IV ist krebserregend und kann zu heftigen Allergien und Hautveränderungen führen. Technisch wird Chrom IV als starkes Oxidationsmittel verwendet. Gelangt der Stoff ins Trinkwasser besteht schon bei sehr geringen Mengen ein hohes Gesundheitsrisiko. 

EISEN

Eisen ist zwar für den Menschen essentiell, doch im Trinkwasser ist unerwünscht. Besonders eisenhaltiges Wasser riecht und schmeckt unangenehm und die bräunliche Trübung des Wassers wird ebenfalls als äußerst unangenehm empfunden.

Eisen kommt im Rohwasser als lösliches Eisen II vor, nach Anreicherung mit Sauerstoff entsteht Eisen III und ist als Eisen-Oxid-Hydroxid für Rost im Wasser verantwortlich. Bei hohem Eisengehalt wird daher im Wasserwerk eine Enteisung vorgenommen, damit bei den Verbrauchern klares, ungefärbtes und geschmacklich unauffälliges Wasser aus der Leitung fließt. Auch aus technischer Sicht ist eine Enteisung empfehlenswert, da es sonst zu vermehrten Ablagerungen in den Leitungen, technischen Anlagen und der „Badkeramik“ kommen würde.

KUPFER

Auch Kupfer ist ein Schwermetall, Allerdings liegen hier die Grenzwerte in der Trinkwasserverordnung für Erwachsene vergleichsweise hoch – bei 2 mg/l, da es für Erwachsene als relativ verträglich gilt. Für Kleinkinder ist Kupfer allerdings problematisch und kann zu Leberschäden führen. Es gab in Deutschland sogar Todesfälle in Folge von Kupfer-induzierten Leberschäden bei Babys.

Im Rohrleitungsbau weist Kupfer als relativ edles Metall einige Vorteile auf, daher hat es sich neben der Verwendung im Warmwasserbereich auch im Kaltwasserbereich zunehmend durchgesetzt.

NICKEL

Nickel ist ein giftiges Schwermetall, auf das viele Menschen mit Allergien reagieren und kann u.a. durch das Auswaschen von Armaturen ins Trinkwasser gelangen. Das Ablaufenlassen des Stagnationswassers reduziert die mögliche Aufnahme durch das Trinkwasser.

ZINK

Zink selbst ist nur wenig toxisch und i.d.R. keine Gefahr für die Gesundheit. Es kann über feuerverzinkte Stahlrohre ins Trinkwasser gelangen. Das Problem ist jedoch, dass die Zinkschicht auch ein Prozent Blei enthält, das über die Jahre ausgewaschen werden kann. Außerdem können auch Spuren von Cadmium freigesetzt werden.

URAN

Beim Schwermetall Uran denken die meisten Menschen zuerst an Radioaktivität. Die meisten Uranisotope sind jedoch nur schwach radioaktiv. Die Gefahr des Urans liegt in seiner Giftigkeit. Es kann beispielsweise zu schweren Nierenschäden führen. Auch hier sind besonders Säuglinge und Kleinkinder gefährdet.

Uran, das in Gesteinen und Mineralien vorkommt, kann über Auswaschung erst ins Grundwasser und von hier ins Trinkwasser gelangen. Seit einigen Jahren sind auch Phosphatdünger in die Diskussion geraten, weil sie Uran enthalten, das zur Grundwasserverschmutzung beiträgt.

Medikamentenrückstände im Wasser 

Allein zwischen 2002 und 2012 stieg der Verbrauch von Arzneimittel-Wirkstoffen hierzulande um über 30 Prozent – von 6.200 auf 8.120 Tonnen. Und immer häufiger lassen sich – sowohl in Ober­flächen­gewäs­sern als auch im Grund- und Trinkwasser – Rückstände von Arznei­mitteln nachweisen. Laut Umwelt­bundes­amt (UBA) wurden bis 2011 in Summe 23 Wirk­stoffe im Trink­wasser sowie 55 verschiedene Spuren von Arznei­mitteln im Grundwasser entdeckt. Die iden­ti­fi­zier­ten Wirkstoffe in Flüssen und Seen lagen sogar im dreistelligen Bereich. Allerdings konnte nur gefunden werden, wonach auch gesucht wurde. Immer neue Wirkstoffe verursachen in diesem Fall immer neue Probleme.

Im Grundwasser waren es vor allem Überreste von Blutfettsenkern, Schmerzmitteln und Antirheumatika, wie Diclophenac oder Ibuprofen, sowie Analgetika oder Diabetesmittel zu finden, aber auch Röntgen­kontrast­mittel. In jeweils winzigen Spuren – aber insgesamt gesehen zunehmend in einem durchaus brisanten Cocktail, dessen Langzeit­wirkung keiner kennt. Und der demo­grafische Wandel wird die Situation noch verschärfen. Je älter wir werden, desto mehr Medikamente nehmen wir ein.

Antibiotika wurden in den letzten Jahren sowohl in den Ausscheidungsprodukten behandelter Tiere als auch in den verschiedensten Umweltmedien regelmäßig nachgewiesen. Vertreter aller antibiotischen Wirkstoffgruppen konnten sowohl im Dung behandelter Tiere, im Boden aber auch im Oberflächen- und Grundwasser gemessen werden

Wie die Medikamentenreste in unseren Wasserkreislauf gelangen

Da viele Medikamente so konzipiert sind, dass sie ihre Wirkung erst im Darm entfalten und nicht schon von der Magensäure zersetzt werden, sind die Inhalts­stoffe derart geschützt, dass ein großer Teil nie im menschlichen Körper zum Einsatz kommt und einfach ausgeschieden wird. Vom Abwasser in der Toilette gelangen sie dann in die Kläranlage, die nicht so ausgelegt sind, dass sie die ständig neuen pharma­zeu­tischen Stoffe herausfiltern können. Von dort gelangen sie über den normalen Wasserkreislauf zuerst ins Grundwasser und dann ins Trinkwasser.

Hinzu kommt, dass immer noch viele Verbraucher abgelaufene Arzneimittel über die Toilette entsorgen, da ihnen oft nicht bewusst ist, dass die Mehrzahl der Kläranlagen diese Stoffe nicht erfassen können. Hier sei daran erinnert, dass der Gesetzgeber 2009 eine Rücknahmepflicht von unbenutzten Arzneimitteln für Apotheken eingeführt hat, um diese Quelle der Trinkwasserverschmutzung zu reduzieren.

Die TU Berlin fand heraus, dass rund 80 Prozent der Medikamentenrückstände über das Abwasser von Privathaushalten in den Wasserkreislauf gelangen. Der Rest kommt von Unternehmen, die im pharmazeutischen Bereich aktiv sind – wie beispielsweise Kranken­häuser, Chemie- und Pharmaindustrie oder Apotheken etc. Besonders wirkungsintensiv sind auch Hormon-Einträge ins Wasser. Ein Sonderfall sind Antibiotika-resistente Keime. Hier stehen Krankenhausabwässer als Hauptverursacher der Verschmutzung in Verdacht. Sie sind überdies auch gegenwärtig bereits lebensgefährlich.

Die Folgen von niederdosierten Medikamenten

2012 wurden in deutschen Apotheken über eine Milliarde Packungen Arzneimittel verkauft.
Bereits in den 1990er Jahren gelang es Berliner Forschern 16 entsprechende chemische Verbindungen im Trinkwasser nachzuweisen, im ungeklärten Abwasser waren es sogar 100. Laut dem Bundesumweltamt sind die Konzentrationen zwar derzeit so gering, dass gesundheitliche Schäden so gut wie ausgeschlossen werden können, allerdings stimmen einige mögliche und bereits nachgewiesene Folgen doch sehr nachdenklich:

  • So wurden bei Forellen bereits Nierenschäden durch den in diversen Schmerzmitteln enthaltenen Stoff Diclofenac festgestellt.
  • Aufgrund synthetischer Hormone im Wasser wurde eine Verweiblichung von Fischpopulationen festgestellt, ebenso wie bei Fröschen.
  • Eine Studie der Bochumer Ruhr-Universität sieht sogar einen Zusammenhang zwischen der seit Jahren sinkenden Spermienzahl bei Männern sowie einer steigenden Rate an Hodenkrebs-Erkrankungen und Genitalfehlbildungen und den in Trinkwasser und Lebensmitteln enthaltenen Östrogenen.
  • Auch die immer früher einsetzende Pubertät bei Kindern hängt laut einiger Wissenschaftler mit Rückständen der Antibabypille im Trinkwasser zusammen.
  • Bereits 2006 testeten Forscher aus Italien gering-dosierte Medikamenten-Cocktails und stellten eine negative Wirkung auf die Zellproduktion fest.
  • Und das Grippemittel Tiramiflu wurde in Fließgewässern in so hoher Konzentration nachgewiesen, dass sich die Grippeviren in den Vögeln nicht mehr vermehren könnten, würden diese von dem Wasser trinken. Die Gefahr besteht jedoch, dass einige der Erreger überleben und Resistenzen gegen das Mittel entwickeln.

Weitere Informationen

https://www.codecheck.info/news/Stiftung-Warentest-Nur-jedes-dritte-Mineralwasser-ist-gut-217201

Düngemittel und Pestizide in der Landwirtschaft 

Die modernen Agrarwirtschaft ist ohne Verwendung von sogenannten Pflanzenschutzmitteln kaum vorzustellen und beinahe nicht umzusetzen. Gerade die dysfunktionale Art und Weise der Felderwirtschaft macht die Zuhilfenahme von Zusatzmitteln unumgänglich. Ziel ist grundsätzlich schnelles und effizientes Wachstum der Pflanzen um einen höchst möglichen Ertrag zu erwirtschaften. Gerade das Mittel Glyphosat hat dabei traurige Bekanntheit erlangt und wird mittlerweile in diversen Lebensmittel nachgewiesen. Regularien sind dabei zwar dringend erforderlich jedoch in der Vergangenheit nicht in die Umsetzung gekommen.

Nachweis im Trinkwasser

Die unterschiedlichen chemischen Verbindungen gelangen besonders über den Wasserkreislauf auch unser Trinkwasser zuhause. Über die Ausbringung auf den Feldern gelangen die Stoffe durch die Ausschwemmung und das Versickern in das Grundwasser und die Gewässer. Deutschland kämpft dabei ganz besonders mit den Auswirkungen, da im hier im Vergleich zu anderen Ländern die Ertragsmenge pro Hektar Spitzenwerte erreicht. Diese Ergebnisse sind besonder auf den Gebrauch von Schutz- und Düngemitteln zurückzuführen. In Deutschland ist deshalb die Nitratbelastung in den Gewässern in den Blickpunkt der EU-Kommission geraten, da festgelegte Grenzwerte um ein Vielfaches überschritten sind.

Die verschiedenen Stoffe gelangen ebenfalls über unsere Nahrungsmittel in unser Abwasser, da diese bereits tief in die verschiedenen Produkte wie Obst und Gemüse eingedrungen sind und sich allein durch oberflächliche Reinigung der Lebensmittel nicht entfernen lassen und somit in unseren Körper gelangen. Selbst die gelösten Teile gelangen durch den Waschprozess direkt in unser Wassersystem.

Plastik und Mikroplastik in unserer Umwelt

Die Verunreinigung der Umwelt durch Plastikmüll ist seit einiger Zeit immer weiter in den Fokus gerückt. Besonders in den Weltmeeren sind bereits riesige Gebiete von Plastikmüll bedeckt und schafft es so auch in den Weltweiten Nahrungskreislauf. Plastik ist in unserem Alltag allgegenwärtig und kann von der Natur nur in Ausnahmefällen und auch dann nur über viele Jahre komplett abgebaut werden. Durch die Reduzierung von unnötigem Plastikmüll wird bereits versucht dieser Entwicklung entgegen zu wirken, die Auswirkungen sind jedoch nicht nur im Meer sondern auch bei uns bereits messbar.

Was ist Mikroplastik

Mit Mikroplastik bezeichnet man jegliche Form von Plastik, welche die Größe von 5mm nicht überschreitet. Häufig sind die Partikel jedoch um einiges kleiner unterschreiten jedoch in den wenigsten Fällen eine Größe von 2µm. Entstehen können Mikroplastikpartikel durch unterschiedliche Prozesse. Zum einen entsteht der Stoff durch Zersetzungs- und Zerkleinerungsprozesse und durch die vermehrte Einbringung von von Plastikteilen in den Nahrungskreislauf rund um die Welt. Auch wird der Stoff in seiner Form direkt produziert und u.a. Kosmetikprodukten beigemischt. Aber was hat das Plastik im Meer und unseren Fischen mit der täglichen Gesichts- oder Körperreinigung zu tun? Durch ein solches Produkt alleine können bis zu 2,8 Millionen Kunststoffteilchen in unser Abwasser und damit auch in den Wasserkreislauf und die Meere gelangen. Die Filtersysteme der Kläranlagen können diese nicht herausfiltern und auch die natürlichen Filtersysteme der Natur sind hier weitestgehend machtlos. Somit gelangen die Teilchen beinahe ungefiltert in unser Wasser und eben auch in unser Trinkwasser. Untersuchungen an betroffenen Tieren haben gezeigt, dass hierdurch u.a. Geschwüre und Unfruchtbarkeit entstehen können.

Müll im Fisch | quer vom BR

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